
compilation
Leucothéa - A magazine devoted to Huillet/Straub
Submitted by annett busch on Sat, 08/22/2009 - 13:56EDITORIAL by JEAN-LOUIS RAYMOND: Dans l’écart souverain d’une pratique éthique de l’art cinématographique, l’œuvre de Jean-Marie Straub et Danièle Huillet porte le germe d’un geste toujours à venir, qui se transmet comme la lettre cachetée de Rainer Maria Rilke, dans la secrète intimité de la rencontre avec chaque spectateur.
Fruit de l’expérimentation d’une suite infinie de nécessités et de confrontations concrètes avec le réel, sa matière, sa sonorité, sa scansion, c’est un cheminement à travers l’histoire des hommes sur la terre qui les porte, au hasard des rencontres, à la persistance des colères, où un récit se réinvente, indispensable, citoyen.
Une recherche de vérité en cinéma, qui ouvre largement le champs d’un questionnement formel et existentiel paradoxal au cœur brûlant de notre époque, et qui fait figure de repère dans la jungle des leurres mercantiles qui encombrent l’espace collectif d'injonctions cyniques.
Cette œuvre, de matière et de lumière, de langage et de gestes, qui reste encore à découvrir ainsi que le peuple qui n’existe pas encore à qui elle s’adresse, entre pourtant en amitié avec nombre de nos contemporains, cinéphiles, chercheurs, artistes, philosophes, ou simplement spectateurs attentifs, responsables.
C’est de cette amitié que nous souhaitons nourrir la revue LEUCOTHÉA, dont la vocation est de susciter et d’accueillir des études critiques à propos de l’oeuvre de Jean-Marie Straub et Danièle Huillet, et, partant, de s'ouvrir à des contributions multiples autour de la question de l'art cinématographique et de ses rapports au monde actuel, à la poésie, à la littérature, à l'art contemporain. Read more...
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Straub / Huillet – DVDs, Erinnerungen
Submitted by annett busch on Mon, 11/10/2008 - 23:04Heute, am 8. Oktober, erscheint die erste Straub/Huillet-DVD im deutschsprachigen Raum: KLASSENVERHÄLTNISSE – eine Gemeinschaftsproduktion des Österreichischen Filmmuseums Wien mit dem Filmmuseum München und dem Goethe-Institut. Auf der Langtextseite gibt es dazu Faksimiles einiger Seiten von zwei Drehbuchfassungen sowie das Transkript der Berlinale-Pressekonferenz vom 21. Februar 1984. (Ebenfalls im Oktober erscheint in Frankreich der erste von vier geplanten coffrets einer DVD-Gesamtausgabe.)
Materialien zu KLASSENVERHÄLTNISSE
Submitted by annett busch on Mon, 11/10/2008 - 22:57
Der erste Drehbuch-Entwurf von Jean-Marie Straub. Als ich Jean-Marie vor einiger Zeit in Paris anrief und nach der Datierung dieses Manuskripts fragte, hat er mich zuerst ausgelacht und gefragt, Warum willst Du das denn wissen? Dann hat er zurückgerechnet, wurde dann plötzlich gesprächig und fing an zu erzählen – darüber, wie schwierig die Arbeit am Drehbuch war – der erste Teil (Der Heizer) war ja noch relativ einfach, weil der vollendet war, aber später dann mußte er sich selber seinen Weg durch das Dickicht der Kafkaschen Fragmente bahnen – man sieht’s dem Manuskript auch an, mit den Schichten, den Streichungen, den Farben – erst nur Bleistift zur blauen Tinte, später kommt auch noch viel Rot und Grün dazu als Markierung und Korrektur – und dann sagte er, Ich war damals oft verzweifelt und hab mir gedacht, Wenn der Brod doch bloß den Kafka nicht verraten hätte, und also wirklich die Manuskripte verbrannt hätte, dann müßte ich jetzt diesen Film nicht machen – – Ein schöner, bewegender Moment der Erinnerung…
Zusammengestellt von Klaus Volkmer. Nachzulesen auf den Seiten der new filmkritik.
Straub / Huillet / Pavese (I)
Submitted by annett busch on Sat, 11/08/2008 - 21:37
Eine Zusammenstellung von Klaus Volkmer auf den Seiten der new filmkritik
Man sollte beachten, daß nicht von der Wiedereinsetzung einer Vergangenheit die Rede ist, sondern von Vergangenem, von sehr alten oder vergessenen Dingen. Die Götter und göttlichen Wesen, Erzählungen einer vergangenen agrarischen Gesellschaftsform, die in den Dialogen auftreten, sind gewiß ambivalent. Sie sind Formulierungen – Personifizierungen – von Macht und sie werden bis heute, verweltlicht, technisiert, von den realen politischen und gesellschaftlichen Kräften besetzt und instrumentalisiert. Andererseits verkörpern sie Geist und Moral. Und damit auch die ethische Empfindung gegenüber der Welt des Sinnlichen und Menschlichen.
Straub / Huillet / Cézanne
Submitted by annett busch on Fri, 11/07/2008 - 22:49
Eine Zusammenstellung von Klaus Volkmer auf den Seiten der new filmkritik
Ich bin Cézanne
Nie mehr einen Film in Museen, hatten wir uns geschworen; zu viele Schwierigkeiten mit den Kulturfunktionären, zu viel Unverständnis für das, was sie nahezubringen verpflichtet sind, die Malerei, zu viel Verachtung für das Kino.
Dennoch überfiel uns das unwiderstehliche Verlangen, eine Fortsetzung des Wegs, den wir mit unserem CÉZANNE von 1989 eingeschlagen hatten, zu versuchen, auf andere Weise natürlich – zurückzukommen auf die Malerei und auf Frankreich, nach dem Theater, Sizilien und dem Deutschen der ANTIGONE …
Wir werden wieder sehen müssen, besser sehen, wirklich sehen, Leinwände, die wir nicht kennen, und Cézanne wird uns dabei helfen, mit seinem durchdringenden Blick wie dem von Leonhardt in die Anordnung einer Partitur von Bach, die Pläne zu entdecken;
Danièle Huillet – Erinnerungen, Begegnungen
Submitted by annett busch on Fri, 11/07/2008 - 00:34Eine Zusammenstellung von Klaus Volkmer auf den Seiten der new filmkritik.
Jean-Marie Straub: Danièle und ich sind uns im November 1954 in Paris begegnet – wir erinnern uns gut daran, weil das der Beginn der algerischen Revolution war. Ich war mehrmals per Autostop nach Paris gekommen, um Filme zu sehen, die es bei uns nicht gab, LOS OLVIDADOS von Buñuel, THE QUIET MAN von Ford, THE RIVER von Renoir, LE JOURNAL D’UN CURÉ DE CAMPAGNE von Bresson. […] In Strasbourg und in Nancy habe ich je ein Jahr Literatur studiert. Aber in Paris habe ich gar nichts gemacht, ich bin ein wenig an die Sorbonne und ins Lycée Voltaire gegangen, in die Vorbereitungsklasse für das IDHEC, wo ich Danièle begegnet bin. Ich kam vom Filmfestival in Venedig zurück und berichtete darüber für Zeitungen, die es damals gab.

